Die TTA
Die OP-Methode wurde von Slobodan Tepic und Pierre Montavon 2002 eingeführt und ist seit 2004 in klinischem Einsatz. Nach anfänglichen Problemen hat sich die jetzige Implantatgeneration tausendfach bewährt. Dadurch ist die TTA zur vollwertigen Alternative neben der TPLO geworden.
Die TTA verändert - wie die TPLO - die Kräfte im Kniegelenk, wodurch die Funktion des vorderen Kreuzbandes zum Teil aufgehoben und der sogenannte "Tibial Thrust" verhindert wird.
Abb. 5: Bei Hund und Katze steht der Gelenksanteil von Ober- und Unterschenkel schräg zueinander, im Allgemeinen zwischen 20 und 30°. Dadurch wird das vordere Kreuzband - hier als Seil F dargestellt - bei jedem Schritt belastet, indem es der Kraft D - dem Herunterrollen des Wagens - entgegen wirken muss.
Abb. 6a: Gelenkskräfte im normalen Gelenk. Der kleine rote Pfeil zeigt den "Tibial Thrust", das vordrücken des Unterschenkels bei Belastung.
Abb. 6b: Gelenkskräfte nach der TPLO. Es besteht kein "Tibial Thrust" mehr.
Abb. 6c: Gelenkskräfte nach der TTA. Es besteht kein "Tibial Thrust" mehr.
Das Ziel der TTA ist es, die im Kniegelenk auftretenden Kräfte parallel zum Kniescheibenband auszurichten, wodurch das Kniegelenk auch ohne das vordere Kreuzband bei Belastung wieder stabil ist. Dadurch wird eine dauerhafte, beanspruchbare Funktion des Gelenks erreicht. Die TTA erreicht dies, indem sie die Kräfte, die auf das Kniegelenk einwirken, dem bestehenden Gelenksplateau anpasst, während die TPLO die Gelenksfläche den einwirkenden Kräften anpasst.
Abb. 7: Die TPLO verändert das Gelenk entsprechend den auftretenden biomechanischen Kräften, während die TTA die biomechanischen Kräfte dem bestehenden Gelenk anpasst. Beides resultiert in der Stabilisation des Gelenks. Vorteile der einen gegenüber der anderen Veränderung sind nicht nachgewiesen.
Die Operation
Um das Kniegelenk zu stabilisieren, wird bei der TTA der vordere Anteil des Schienbeins abgetrennt und nach vorne und oben verschoben.
Abb. 8: Schnitt zur Abtrennung des Keils vom Schienbein (grüne Linie).
Der abgetrennte Knochenkeil wird durch gabelartige Titanimplantate (Fork) fixiert und über eine Titanplatte wieder am Unterschenkel fixiert. Um die verlagerte Position des Schienbeinkeils zu erhalten, wird ein kleiner Titankäfig zwischen den abgetrennten Keil und den Unterschenkel eingelegt und mit Schrauben fixiert.
Abb. 9: Der Cage (Käfig) wird zwischen den Unterschenkel und den abgetrennten, mit der Forkplatte fixierten Knochenkeil geingesetzt. Dadurch wird die Position gehalten.
Die entstehende Lücke zwischen den Knochenanteilen verwächst innerhalb von etwa 8 Wochen wieder. Die Implantate werden wie bei der TPLO nicht wieder entfernt.
Abb. 10: Zustand nach Ausheilung der Osteotomie
Warum die TTA
Die TTA ist allgemein das Verfahren der Wahl. Der Vorteil der TTA gegenüber der TPLO liegt in der noch schnelleren Belastung und der sehr geringen Wundinfektionsquote der TTA. Zudem gibt es Rassen, die besser mit einer TTA, aber auch solche, die besser mit einer TPLO laufen.
Gewisse Veränderungen an der Gliedmaße können mit einer TTA nicht korrigiert werden, ebenso ist die TTA für Hunde mit steiler Gelenkswinkelung weniger geeignet. In zahlreichen individuellen Fällen ist damit die TPLO der TTA überlegen.
Der Vorteil unserer Klinik liegt darin, dass wir für den Einzelfall entscheiden können, welches Verfahren für Ihren Hund das Beste ist. Dadurch gelingt es uns noch besser als bisher, individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen.
Bei Fragen wenden Sie sich an uns, wir beraten Sie gerne.
Der Kreuzbandriss beim Hund
Tight Rope
TPLO